Cumuruxatiba, Brasilien, 14.01.2002 (20439 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6   Die Weihnachtsfrau ist schwarz

Es herrscht eine Affenhitze. Allerdings eine ganz andere Art von Hitze als vor ein paar Monaten in Botswana. Die Temperaturen dort waren hoch, aber die Luft war trocken. Hier sind die Zahlen nicht beeindruckend: 32 Grad, manchmal 34, mehr als 36 Grad habe ich im Schatten nie gemessen. Was einen fertigmacht, ist die Luftfeuchtigkeit.

Wollte man in den unangenehmsten Stunden des Tages nicht radeln, so würde die Pause von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags reichen. Das heißt nicht, daß es davor oder danach angenehm wäre. Schon morgens um sieben bricht mir der Schweiß aus, wenn ich die Luft in den Reifen nachpumpe. Wenn ich dann losfahre, kann man die Schweißdrüsen auf dem Handrücken zählen, denn aus jeder Pore quillt ein Tropfen, bis dann alle diese Tropfen so groß geworden sind, daß sie zusammenfließen und einen glänzenden Film bilden.



In der Altstadt von Salvador.

Die Schaumstoffgriffe an den Lenkern sind ständig naß. Tagsüber saugen sie den Schweiß auf, der an den Armen hinunterströmt, nachts ziehen sie das Wasser aus der Luft. So haben sich offenbar auch die Sachen, die jetzt im Gepäck schimmeln, ihre Feuchtigkeit geholt.

An wolkenlosen Tagen ist es mittags erstaunlicherweise etwas angenehmer zu radeln als am Morgen, da die Sonne durch den Zenit wandert und mittags weniger Angriffsfläche hat. Morgens brennt sie mir mit einer Gewalt auf den Rücken, daß ich sogar durch das T-Shirt hindurch einen leichten Sonnenbrand bekommen habe.

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