Praia do Forte, Brasilien, 26.12.2001 (19659 Kilometer)
Vielleicht tue ich Recife Unrecht. Wahrscheinlich kann man sich eingewöhnen. Wahrscheinlich gibt es auch hier ein paar schöne Fleckchen. Aber ich war von dem Moment an genervt, da ich den Fuß vor das Tor des Yachthafens setzte. Dieser unglaublich dichte und hektische Straßenverkehr. Manchmal mußte ich minutenlang warten, bis der dreispurige Strom vorbeirasender Autos ganz kurz unterbrochen war, so daß ich eilend die Straße überqueren konnte.
Einen halben Tag rannte ich in der Innenstadt umher, bis ich endlich brasilianisches Geld in den Taschen hatte. Ich hatte noch kein Gefühl dafür, was in einer südamerikanischen Großstadt wo zu finden ist. Den Aufbau afrikanischer Städte kannte ich - hier war ich unsicher.

Danach machte ich mich auf die Suche nach einer Brasilien-Landkarte, einem Reiseführer und einem Portugiesisch-Wörterbuch. Also einen Buchladen finden. Es schien in Recife aber kaum etwas anderes zu geben als Lotterie-Buden, Bars und Apotheken. Vor allem die Vielzahl an Apotheken fiel auf. Die Brasilianer sind offenbar ziemlich pillengläubig.
Wenn ich dann doch irgendwo einen Buchladen - eine Livraria - entdeckte, dann führte er entweder nur Schreibwaren und Spielsachen, oder das Geschäft war vollgepackt mit Bibeln, Kreuzen, Kerzen, kitschigen Maria-Statuen und Jesus-TShirts. Einen Vormittag verschwendete ich mit der Suche nach einem "normalen" Buchladen im Zentrum, bis mir jemand den Tip gab, es beim Flughafen zu versuchen. Dort gab es tatsächlich etwas, was man auch bei uns als Buchhandlung bezeichnen würde.
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