Atlantik, Atlantik, 10.12.2001 (18823 Kilometer)
Nach nur vier Tagen holen wir den Anker ein und gehen auf westlichen Kurs. Jamestown mit seiner dicken Wehrmauer rückt in die Ferne. Das Stadttor wird kleiner. Bye, bye, St. Helena. - Verdammt, warum eigentlich? War das nicht das Paradies? Hier waren wir doch richtig! Hätte ich hier nicht aussteigen sollen?
Hinter dem Stadttor, gleich rechts neben der St. James Church, haben sie ein kleines Gefängnis. Als ich vor ein paar Tagen daran vorbeiging, kam gerade eine Frau aus der Gittertür heraus.
"Wie viele Gefangene haben Sie?" fragte ich und erwartete die Antwort: "Keine."
"Drei", erwiderte sie.
"Was haben sie verbrochen?"

"Einer ist ein Mörder. Wir sind hier nicht für Schwerstverbrecher eingerichtet. Er hat 18 Jahre in England abgesessen und ist erst vor kurzem zurückgekommen. In ein paar Monaten wird er wahrscheinlich freigelassen. Ein weiterer Mörder ist derzeit noch in England. Er wird auch demnächst zurückkehren. Die beiden Morde geschahen kurz nacheinander, standen aber nicht miteinander im Zusammenhang."
"Und die beiden anderen Häftlinge?"
"Sie sitzen wegen schwerer Eigentumsdelikte ein."
Also doch kein lupenreines Paradies!
Aber ganz schön nah dran.