St. Helena, S?-Atlantik, 24.11.2001 (21263 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7   Jenseits von Afrika

Wird deine Abwesenheit auf dem Boot erst spät erkannt - etwa weil du während der Nachtwache über Bord gegangen bist -, dann bist du so gut wie verloren. Stunden später zurückfahren und nach dir Ausschau halten in der unendlichen Weite des Meeres - das verspricht noch weniger Erfolg als die sprichwörtliche Suche im Heuhaufen.

Ilzas Vater ist so ums Leben gekommen. Er war als Seemann auf einem Frachter über die Meere gefahren. Eines Morgens war er nicht mehr an Bord. Man vermutet, daß er nachts betrunken über die Reling gekippt ist.



Land in Sicht! - Die Insel St. Helena im südlichen Atlantik.

Die Tage vergehen. Nach einer Woche feiern wir die Halbzeit. Nur am ersten Tag haben wir noch ein paar andere Schiffe gesehen. Danach kein Anzeichen menschlichen Lebens mehr. Nur Wasser um uns herum, in allen Richtungen bis zum Horizont. Ab und zu kommen Delfine vorbei, die verspielt ihre Sprünge vorführen, anfangs sahen wir das Walpärchen und immer wieder tauchen fliegende Fische in Schwärmen auf, schießen aus dem Wasser und schweben dann sekundenlang dicht über den Wellen.

Am Morgen des 15. Tages kommt Land in Sicht - St. Helena. Nach mehr als 3000 Kilometern über das offene Meer fahren wir mitten auf die Insel zu. Ich habe nicht daran gezweifelt, daß wir St. Helena heute sehen würden. Josef hat täglich Kontrollpunkte auf der Seekarte gemacht, ich habe die Route auf dem Hand-GPS-Gerät mitverfolgt. Mit unseren technischen Mitteln konnten wir die Insel kaum verfehlen. Und trotzdem ist das ganze für mich etwas Wundersames. Wie die sekundengenaue Ankündigung einer Sonnenfinsternis.


ENDE

Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7