St. Helena, S?-Atlantik, 24.11.2001 (21263 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7   Jenseits von Afrika

Der Tafelberg hat sich am ersten Tag sehr langsam entfernt. Am Abend, etwa zehn Stunden nach unserer Abfahrt, konnten wir seine Umrisse, konnten wir Afrika immer noch im Dunst ausmachen. 90 Kilometer legten wir bis zum Abend ungefähr zurück.

Anfangs maßen wir die Zeit in Stunden. Aber bald sollte der Tag zur kleinsten Einheit werden. In der Leere Botswanas und Namibias konnte ich zuletzt die Zeit wenigstens an einigen wenigen Orten festmachen. Hier gibt es nicht einmal solche seltenen Fixpunkte. Höchstens solche Ereignisse wie den Besuch von Walen oder Delfinen. "Josef - war das vorgestern, als die Wale neben dem Boot auftauchten? Oder war es vor drei Tagen?"



Meine Koje im Vorschiff.

Es hat seinen Grund, warum der Captain mich nicht zu nahe an die Reling läßt - zumindest nicht, solange ich allein auf dem Deck bin. Eine der größten Gefahren ist nämlich, daß du unbemerkt über Bord gehst. Dazu braucht es keinen Sturm. Es reicht ein unerwarteter Schubser bei mittlerem Wellengang. Findest du nicht im nächsten Augenblick noch einen Halt, saust du über die Reling.

Hat jemand mitbekommen, daß du über Bord bist, ist die Rettung noch schwierig genug. Eine Segelyacht kann mit stoppen wie ein Auto. Er muß gleichzeitig das Boot zum Stillstand bringen und dich im Auge behalten. Das ist nicht einfach, denn das Boot entfernt sich mit acht bis zehn Stundenkilometern, während du ab und zu von Wellenbergen verdeckt wirst.

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