St. Helena, S?-Atlantik, 24.11.2001 (21263 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7   Jenseits von Afrika

"Bist Du schon mal gesegelt?" fragt Josef.

"Ne!" - Das mag etwas verrückt sein: Noch nie zuvor auf einem Segelboot und dann gleich über den Atlantik wollen.

Für Josef ist meine fehlende Segelerfahrung aber kein Problem. "So redet mir wenigstens niemand bei der Navigation dazwischen." Und was ich zu tun hätte, könne ich mit ein bißchen Menschenverstand innerhalb kurzer Zeit lernen. Den darf er ruhig erwarten. Sonst wäre ich nicht bis Kapstadt gekommen. Zwei Tage später, als Ilza aus Brasilien einfliegt, machen wir das ganze fest.



Josef am Kartentisch.

Ich freue mich auf dieses neue Abenteuer. Doch es wird ein Sprung ins kalte Wasser. Vor allem weiß ich nicht, wie empfindlich ich gegen die Seekrankheit bin. Die zweitägige Überfahrt auf einer Dhau von Jemen nach Djibouti war diesbezüglich ja eine Katastrophe. Ein Sturm wie damals ist nun zwar nicht zu erwarten, aber wenn ich auch bei gewöhnlichem Wellengang seekrank werde, wird die Reise zu einer vierwöchigen Tortur.

Josef stellt auch klar, daß er nicht extra einen Hafen anlaufen wird, um mich wieder abzusetzen. Wenn ich auf dem Boot bin, dann vier Wochen lang. - Es gäbe eh nur die Möglichkeit, umzukehren, denn von Kapstadt nach Recife fährt man direkt auf den offenen Atlantik, nicht etwa zunächst an der afrikanischen Küste entlang. Auf halber Strecke liegt die Insel St. Helena. Dort gibt es jedoch keinen Flughafen für Seekranke. Wer nach St. Helena kommt, kommt über das Wasser. Und er kann auch nur über das Wasser wieder gehen.

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