St. Helena, S?-Atlantik, 24.11.2001 (21263 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7   Jenseits von Afrika

Nach den frustrierenden Fehlschlägen der vergangenen Woche hatte ich mich innerlich allerdings schon fast mit einem Flug abgefunden. Von Agentur zu Agentur war ich gerannt, um eine Mitfahrgelegenheit auf einem Frachter zu finden. Die wenigen Frachtschiffe, die überhaupt nach Südamerika auslaufen, nehmen aber keine Passagiere mit. Auch meine Anrufe im Hafen von Durban brachten keinen Erfolg; auch von dort nur Absagen.

Das sind die modernen Zeiten. Wie anno dazumal auf ein Schiff gehen und sich mit Kartoffelschälen die Überfahrt verdingen - das geht heute praktisch nicht mehr. Arbeitsrechtliche und versicherungstechnische Gründe sprechen in unserer durchorganisierten Welt dagegen. Wenn bei den Agenturen jemand einen Tip parat hatte, dann verwies er mich an "Safmarine" - die nähmen auch Fahrgäste mit. Immer wieder hieß es: Safmarine.



Josef auf seiner Segelyacht "Bienvenido".

Safmarine hat Containerschiffe, die zusätzlich mit Kabinen für 12 Passagiere ausgestattet sind. Diese Kabinen sind luxuriös wie noble Hotelzimmer. Dementsprechend die Preise: Man muß zwischen 200 und 300 Mark pro Fahrtag rechnen. Alles in allem kosten die Passagen etwa dreimal soviel wie ein Flug. Ich kam gar nicht erst in Versuchung, soviel Geld auf den Tisch zu legen, denn Safmarine fährt nicht nach Südamerika. Sie bedienen nur noch die Route Südafrika - Kanarische Inseln - Groß Britannien. Nordamerika und den Fernen Osten fahren sie seit den Ereignissen vom 11. September nicht mehr an.

Als ich David am Abend wegen der Segelyacht anrief, stellte sich heraus, daß er nur ein Mittelsmann war. Ich solle direkt zu dem Boot gehen. Der Besitzer sei inzwischen wieder eingeflogen.

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