Kapstadt, Südafrika, 10.11.2001 (18823 Kilometer)
Nur zwei Reifen hat das Hinterrad aufgefahren, einen einzigen das Vorderrad. Einmal habe ich die Kette gewechselt, der nächste Wechsel ist demnächst in Amerika fällig. Das ist minimaler Verbrauch, den ich der 14-Gang-Rohloff-Nabe zu verdanken habe. Mit einer Achtfach-Kettenschaltung hätte ich vier bis fünf Ketten verschlissen, und die immer weiter verbreiteten Neunfach-Schaltungen fressen die Ketten sogar doppelt so schnell. Das Ritzel hinten ist immer noch das erste. Wenn es hinüber ist, schraube ich es los, drehe es um und fahre noch einmal so viele Kilometer auf der anderen Seite.
Man soll ja nicht den Tag vor dem Abend loben - trotzdem schon einmal vielen Dank nach Kassel.

Kapstadt. Das erste große Etappenziel auf dieser großen Reise ist erreicht. Trotzdem ist dies am Ende ein Tag wie jeder andere. Kein Hochgefühl bei der Ankunft. Ich komme an, wie ich jeden Abend irgendwo angekommen bin. Niemand wartet, niemand feiert mit mir, niemand gratuliert in diesem Moment.
Glückwünsche kommen in den folgenden Tagen von den Freunden in Deutschland. Da bin ich bereits auf der Suche nach einem Schiff Richtung Südamerika. Es sieht nicht gut aus. Frachtschiffe nehmen dich nicht mehr mit - arbeits- und versicherungsrechtliche Gründe sprechen in den modernen Zeiten dagegen.
weiter