Kapstadt, Südafrika, 10.11.2001 (18823 Kilometer)
Gawie hat mich kurz hinter Steinkopf am Straßenrand gestoppt. Er bot mir einen "Lift" an, wollte mich und mein Fahrrad auf der Ladefläche seines Pickups mitnehmen. Ich lehnte höflich ab mit dem Hinweis, daß ich radele, wo immer ich radeln kann. Und er verstand das auch, da er selbst viel im Freien aktiv ist. Bevor er weiterfuhr, fragte er noch, wo ich denn übernachten wolle. - "In Springbok." - "Wenn du willst, kannst du bei uns übernachten." Er malte eine kleine Skizze mit der Lage seines Hauses und drückte sie mir in die Hand.
Zehn Kilometer vor Springbok kam mir ein junger Rennradfahrer entgegen. Er wendete und fuhr dann vor mir her. Es war Dawie, Gawies 14jähriger Sohn.

Als wir meine Packtaschen ins Haus trugen, war Gawies erste Frage, wie lange ich denn bleiben wolle. - "Oh, morgen will ich gleich weiter. Kapstadt zieht mich geradezu magnetisch an. Ich will wissen, wie es jenseits von Afrika weitergeht." - "Nach Kapstadt ist es noch weit", sagte Gawie. "Fast 600 Kilometer. Ruh' dich lieber noch einen Tag hier aus."
Seit Namibia erfahre ich eine Gastfreundschaft, wie ich sie auf diesem Kontinent nur einmal in ähnlicher Weise kennengelernt habe - das war vor acht Jahren im Norden des Sudan. Hier wie dort sind die Leute sehr interessiert an Reisenden. Sie sprechen mich einfach auf der Straße an und laden mich zu sich ein.
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