Kapstadt, Südafrika, 10.11.2001 (18823 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9   Eisbein und Sauerkraut

Namibia ist das leerste der leeren Länder, durch die ich in den letzten Monaten geradelt bin. Im ganzen Land leben so viele Menschen wie in Hamburg - auf einer Fläche, die zweieinhalb Mal so groß ist wie Deutschland.

Auf riesigen Farmen - Niedersachsen etwa ist 70.000 Hektar groß - werden auf kargen Weiden Rinder gehalten. Im Süden, wo es immer trockener wird, züchtet man die anspruchsloseren Schafe. Zwischen den Ortschaften, die oft mehr als 100 Kilometer auseinander liegen, nur trost- und farblose trockene Landschaft.



Die Pisten in Namibia sind besser als viele afrikanische Teerstraßen.

Hier und da ist diese Kargheit so groß, daß sie grandios wird. Am Fish River Canyon zum Beispiel, das die etwas kleinere Version des Grand Canyon darstellt. Der Fish River hat sich im Süden Namibias 500 Meter tief in seine Umgebung eingegraben und mäandert dem Orange River entgegen.

Freude bereiten auch die witzigen Köcherbäume, die ihre Äste wie Arme mit vielfingrigen Händen gegen den Himmel strecken. Kokerbooms, wie diese Aloen in Afrikaans heißen, wachsen selbst dort, wo sonst nichts mehr lebt. Sie krallen sich einfach an Steinen fest, wachsen mit ihren faserigen Stämmen nicht selten schief in die Welt hinein. Dann wirken sie wie Clowns in der Landschaft. Ihre Bedürfnislosigkeit erweckt den Eindruck, daß man sie auch auf dem Mond anpflanzen könnte.

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