Windhoek, Namibia, 12.10.2001 (17155 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6   Kalahari

Der Nachthimmel bietet sogar Abwechslung. Vor mir steht das Kreuz des Südens knapp über dem Horizont. Oder eigentlich liegt es, kurz bevor es untergeht. Und eigentlich ist es auch eher ein Drachen als ein Kreuz, denn der mittlere Stern ist kaum zu erkennen. Das Kreuz des Südens sieht tatsächlich eher aus wie ein Drachen, den ein Kind im nächtlichen Wind steigen läßt. Auch einige Sternschnuppen schießen in dieser Nacht über das glitzernde Himmelszelt.

Neben der Straße, ein paar Hundert Meter abseits im Busch, verraten vereinzelte Lagerfeuer, daß mehr Menschen hier leben als man denkt. Es sind die Lagerfeuer der Arbeiter, die auf den endlos großen Farmen links und rechts der Straße ihr karges Brot verdienen.



Strenge Regeln in Namibia.

Wegen des mangelnden Regens kann auf diesen Farmen freilich nichts angebaut werden. Die Menschen leben hier ausschließlich von der Rinderzucht. Das trockene Grasland bietet dem Vieh genug Futter. Wasser für Mensch und Tier fördern Windräder aus der Tiefe zutage - die Kalahari ist durchzogen von vielen unterirdischen Wasserläufen.

Schon eine Stunde nach Sonnenuntergang ist die Temperatur erträglich geworden. Als ich mich irgendwo im Busch auf den Schlafsack lege, schlafe ich schnell ein. In der Nacht wird es so kühl, daß ich in den Schlafsack kriechen muß. Und als es wieder hell wird und der Sonnenaufgang sich ankündigt, zeigt das Thermometer nur noch 7 Grad. Eigentlich ein Grund, sich umzudrehen und weiterzuschlafen. Aber ich muß sehen, daß ich Kilometer mache. In sechs Stunden wird es selbst im Schatten wieder über 40 Grad haben.


ENDE

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