Windhoek, Namibia, 12.10.2001 (17155 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6   Kalahari

Mittags komme ich an dem Viehgatter an, das den Eingang zur Kalahari markiert. Ganz Botswana ist mit Viehzäunen durchzogen, die verhindern sollen, daß wilde Büffel und Hausrinder miteinander in Kontakt kommen und Krankheiten wie etwa Maul- und Klauenseuche übertragen werden. An einigen der veterinären Straßenposten muß man seine Schuhsohlen auf einem getränkten Lappen abstreifen. Und wie die Autos, muß dort auch ich mit dem Fahrrad durch eine Kuhle mit Desinfektionslösung fahren.

Die viele Hundert Kilometer langen Viehzäune sind allerdings sehr umstritten. Während die Farmer sie wollen, beklagen Naturschützer, daß sie der natürlichen Migration der Wildtiere im Weg stehen. In Dürrezeiten sind schon viele Tiere umgekommen, weil ein Zaun ihnen den Weg zu den letzten verbleibenden Wasserstellen versperrte.



Guten Umsatz scheint diese Bar im winzigen Ort Karakubis (West-Botswana) zu machen.

Es wird minütlich heißer. Einige Kilometer hinter dem Gatter liegt das Dorf Kuke. Dort rette ich mich in den Schatten, den eine kleine Imbißbude bietet. Erfrischende 42 Grad. In der prallen Sonne klettert das Thermometer auf fast 60 Grad. Bis zum Mittag habe ich sieben Liter getrunken, ohne ein einziges Mal etwas davon auf dem üblichen Wege wieder hergegeben zu haben. Das Wasser verdunstet durch meine Haut wie der Okavango-Fluß in seinem Binnendelta im Norden Botswanas.

Erst um fünf Uhr nachmittags setze ich die Reise fort. Zwei Stunden später ist die Sonne untergegangen. Wieder fahre ich in Nacht hinein. Eigentlich radele ich ungern im Dunkeln, weil man nichts von der Landschaft sieht. Aber es gibt seit Tagen nichts Neues mehr zu entdecken. Das Landschaftsbild hat sich auf den letzten 1000 Kilometern in mein Gehirn eingebrannt. Ich sehe es mit geschlossenen Augen. Ich sehe Sand, Gras, Büsche und die vereinzelten Bäume auch bei Dunkelheit.

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