Windhoek, Namibia, 12.10.2001 (17155 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6   Kalahari

An dem großen Wassertank in Toteng fülle ich einen zweiten Wassersack auf, so daß ich nun wieder gut zehn Liter bei mir habe. Auch wenn das Gewicht bremst - es ist ein angenehmes Gefühl der Unabhängigkeit, Wasser für etwa einen Tag dabeizuhaben. Auf den nächsten 200 Kilometern gibt es wieder nur zwei kleine Orte.

Nach dem Abendessen geht es weiter, genau der untergehenden Sonne entgegen. Die Straßen in diesen dünnbesiedelten Teilen Botswanas sind so wenig befahren, daß es kein Risiko ist, im Dunkeln zu radeln. Und da der Mond gerade in der zunehmenden Phase ist, steht er bei Sonnenuntergang bereits am Himmel. Er ist noch nicht einmal halb voll, wirft aber in der klaren Luft schon deutliche Schatten. Es läßt sich sogar der Kilometerzähler in diesem kalten Licht ablesen.



Eine aufgegebene Wasserförderanlage.

Zwei Stunden fahre ich noch in der Dunkelheit und lege mich dann am Straßenrand unter das Vordach eines verlassenen Hauses. Ich sitze noch nicht lange auf meiner Zeltplane, als sich Krämpfe in den Beinen ankündigen. Ein kitzelndes Kribbeln zunächst, das sich anfühlt, als eilten 100 flinke Maden dicht unter der Haut hin und her. Kurz darauf ein erster Krampf im Oberschenkel. Sofort lege ich die Beine hoch und lehne sie an die Packtaschen hinten am Fahrrad.

Diese Position werde ich für die nächsten zwei Stunden nicht mehr aufgeben können.

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