Windhoek, Namibia, 12.10.2001 (17155 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6   Kalahari

Das erste Opfer der großen Hitze in Botswana war meine Schlafmatte. Während des Aufenthaltes in Maun stieg die Temperatur in meinem Zelt - obwohl es nur morgens und abends von der Sonne beschienen wurde - auf knapp 60 Grad. An diesen Tagen stach mir manchmal ein penetranter Geruch in die Nase, wenn ich mich ins Zelt beugte. Es roch dort intensiv nach Bahnhofsklo.

Zunächst fiel mein Verdacht auf die Katze, die auf dem Campingplatz des Sedia-Hotels herumstrolchte. Vielleicht hatte sie heimlich an die Zeltwand gepinkelt. Doch dann entdeckte ich, daß im Zelt eine zähe Flüsigkeit am Ende der Schlafmatte austrat. Diese klebrige Flüsigkeit war es, die so stechend roch: wie eine Mischung aus Urin und kaltem Zigarettenrauch.



Die Hitze am Rande der Kalahari hat meine Schlafmatte fertiggemacht. Die inneren Klebepunkte sind geschmolzen, Blasen breiten sich nun aus. In ein paar Tagen wird die Schlafmatte eine Schlafwurst sein.

Bis zum nächsten Morgen bildete sich in der Nähe dieser Austrittsstelle eine kleine Blase in der Matratze. Sie wurde größer und größer, bis sie gewissermaßen ein Kissen am Kopfende bildete. Das sah in diesem Stadium recht praktisch aus; aber natürlich würde die Selbstzerstörung weitergehen. Offenbar war der Klebstoff, der die Matte in Form hält, dieser Hitze nicht gewachsen. Eine weitere Blase bildete sich bereits weiter in der Mitte der Matratze. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis meine Schlafmatte zu einer Schlafwurst mutiert sein würde.

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