Lusaka, Zambia, 19.08.2001 (15065 Kilometer)
Der Weg von Chipata nach Lusaka ist lang und leer. Das Land ist mit zwölf Einwohnern pro Quadratkilometer nicht gerade dicht bevölkert. Zwischen zwei Ortschaften erstrecken sich mitunter 100 Kilometer.
Die Straße ist in recht gutem Zustand. Die vielen Schlaglöcher können wir mit dem Fahrrad gut umkurven. Obwohl dies eine der Hauptverkehrsachsen durch Zambia ist, begegnen uns nur wenige Autos - vielleicht alle Viertelstunde eines. Und jedes Fahrzeug meldet sich schon von weitem mit alarmierendem Hupen an. In den Zeiten dazwischen können wir uns frei bewegen wie auf einem überbreiten Radweg.

Viel Buschlandschaft sehen wir in diesen Tagen. Trockene Büsche und Bäume, soweit der Blick reicht. Gelegentlich springen Paviane über die Straße. Und ab und zu sorgen Baobabs - Affenbrotbäume - für Abwechslung.
Baobabs sehen eigenartig zerzaust und vertrocknet aus. Selten sieht man Blätter an den Enden ihrer plumpen dicken Zweige, die Blüten haben nur eine Lebensdauer von 24 Stunden. Die Bäume selbst überleben dagegen Jahrtausende. In den ersten dreihundert Jahren wachsen sie schnell, dann verlangsamt sich das Wachstum. Das Alter eines Stammes von 20 Metern Umfang wird auf zwei- bis dreitausend Jahre geschätzt. Das Holz ist sehr fasrig und kann Unmengen von Wasser aufnehmen. Große Exemplare können 20 Kubikmeter Wasser speichern.
Die Afrikaner erklären die derbe Erscheinung des Baobabs mit unterschiedlichen Legenden. Einer dieser Überlieferungen zufolge war der Baum, als Gott die Welt erschuf, sehr eitel. Er wollte unbedingt alle anderen Bäume in seiner Schönheit übertreffen. Immer wieder beklagte er sich bei seinem Schöpfer, daß er nicht schön genug sei. Der gab dem Baobab zu verstehen, er solle sich im Zaume halten. Als er jedoch auch weiterhin herumnörgelte, riß Gott wütend den Stamm heraus und steckte ihn kopfüber wieder in den Boden. Seitdem ragen seine Wurzeln gen Himmel.
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