Lilongwe, Malawi, 05.08.2001 (16390 Kilometer)
Bei Kurve 15 kommt uns ein holländischer Wanderer entgegen, der früh am Morgen oben in Livingstonia aufgebrochen ist. Er wird von zwei Malawiern begleitet, einer von ihnen bewaffnet mit einem halbautomatischen Gewehr. Selbst in diesem so friedlich erscheinenden Winkel Malawis gibt es gelegentlich Raubüberfälle.
Die Piste windet sich in 20 numerierten und zahllosen nicht numerierten Kurven den Berg hinauf. Lange Abschnitte verlaufen durch schattenspendenden Wald. Zwischen den Bäumen und Büschen öffnen sich mitunter dramatische Ausblicke hinunter zum See, der tiefblau und ruhig daliegt.
Auf elf Kilometern klettern wir, über steinige Piste holpernd, fast 1000 Höhenmeter. Strapaziös für Material und Muskeln. Aber es geht. Einmal mehr ein Beispiel dafür, daß oft auch die "unmöglichen" Dinge möglich sind. Man muß es nur einfach selbst versuchen.

Oben in Livingstonia glaubt man sich ins schottische Hochland versetzt. Die alten Missionarshäuser, die heute von Einheimischen bewohnt werden, sind in Reih und Glied ausgerichtet und aus Backsteinen gebaut. Ebenfalls in Backsteinbauweise der Clock Tower und das "Stone House" des Dr. Laws, der die Missionare vor gut 100 Jahren anführte. Heute ist es ein Gästehaus - es enthält noch das originale schottische Mobiliar aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts.
Über Mzuzu radeln wir wieder zum See hinunter. Vier Tage ausspannen in Nkhata Bay. Max hat Verdauungsprobleme und von Zeit zu Zeit leichtes Fieber. An Malaria denken wir noch nicht. Erstens ist das Fieber zu niedrig, und zweitens nimmt Max Malaria-Prophylaxe.
Als wir weiterfahren Richtung Lilongwe, fühlt Max sich weiterhin schwach. An der Kreuzung bei Salima steigt das Fieber über Nacht plötzlich auf 39,5 Grad. Höchster Alarm! Wir fahren zum Distrikt Hospital von Salima, um einen Malaria-Test zu machen. Im Labor gibt Max zwei Tropfen Blut ab für die Untersuchung.
Dann sitzen wir draußen im kahlen Flur und warten auf das Ergebnis. Das wäre schon verrückt: Ich bleibe ohne Prophylaxe verschont, aber Max erwischt es trotz seines Lariam-Schutzes.