Lilongwe, Malawi, 05.08.2001 (16390 Kilometer)
In Malawi scheint nun das Wort "Demokratie" mißverstanden zu werden. Nachdem das Land 1994 den Diktator Dr. Banda abgewählt und das Mehrparteiensystem eingeführt hat, meinen viele, sie dürften sich ihre Rechte selbst definieren. In Städten wie Blantyre und Lilongwe ist man nachts nicht mehr sicher. Manch einsame Straße ist sogar tagsüber überfallgefährdet.
Malawi hat seine Unschuld verloren.

David Livingstone, der große Forschungsreisende und Missionar, hat dieser Region bereits Mitte des 19. Jahrhunderts seine Besuche abgestattet. Den Malawi-See erreichte er 1859. Zuvor hatte er das südliche Afrika erforscht; in seinen letzten Jahren machte er sich auf die Suche nach der Quelle des Nil. Eine wichtige Aufgabe sah Livingstone darin, dem Sklavenhandel ein Ende zu bereiten. Bis heute wird der Schotte in Afrika hochverehrt.
Livingstone starb, geschwächt von tropischen Krankheiten, 1873 in Zambia - ohne die Nilquelle je gesehen zu haben. Zwei seiner afrikanischen Anhänger begruben sein Herz unter einem Baum, balsamierten den Körper ein und trugen ihn dann über tausend Kilometer zur tanzanischen Küste. Von Zanzibar wurde der Leichnam nach England überführt, wo man ihn im Westminster Abbey beisetzte.
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