Morogoro, Tanzania, 02.07.2001 (12792 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6   Durch die Massai-Steppe

In Dodoma herrscht alles andere als Hektik. Wir sitzen mittags in der Kantine der Regierungspartei CCM, essen Chips und kauen auf zähem Fleisch. Wir trinken, was fast alle anderen hier auch trinken: Bier. Max hat sich ein "Kilimanjaro" bestellt, ich "Safari Lager special".

Ständig kommen Straßenhändler vorbei und präsentieren zwischen den Tischen ihr Angebot. Sie haben Scheren, Sonnenbrillen, Schirmmützen, Radiogeräte, Batterien, Gürtel, Wäscheklammern, Handy-Schutztaschen - man könnte meinen, sie ersetzen ein ganzes Kaufhaus. Das ist wirklich sehr praktisch: Du sitzt gemütlich im Schatten bei ein paar Bier, betrachtest das träge fließende Leben um dich herum und kannst nebenbei auch noch all deine Einkäufe erledigen.




Ein Händler hat sich spezialisiert auf fein gearbeitete Messer jeder Größenordnung. Er kommt wie gerufen, denn ich brauche eine Waffe für den Mikumi-Nationalpark. Durch diesen sehr wildreichen Park führt in den nächsten Tagen der Weg in den Süden.

Das größte Messer kaufe ich dem Händler ab. Er fordert zunächst 32 Mark; nach hartem Feilschen einigen wir uns bei 12 Mark. Das Messer hat eine 35-Zentimeter-Klinge; Scheide und Griff sind aus hartem, dunklen Holz und kunstvoll verziert.

Max meint, das Messer sei nicht geeignet, einen Löwen zu töten. Der Löwe sei schneller und viel zu stark. Ich glaube das eigentlich auch.

Aber es ist ein schönes Messer.


ENDE

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