Morogoro, Tanzania, 02.07.2001 (12792 Kilometer)
Wir haben uns entschieden, von Arusha aus nicht der Teerstraße durch den Osten des Landes zu folgen, sondern die Piste nach Dodoma zu nehmen. Das hat den Vorteil, daß wir die Touristenpfade meiden, und damit die unangenehmen Begleiterscheinungen, die der Tourismus so mit sich bringt: um T-Shirts, Kugelschreiber oder Geld bettelnde Kinder sowie Restaurant- und Ladenbetreiber, die dich beim Abkassieren übers Ohr hauen wollen.

Die kleinen Betrügereien haben in Afrika in den letzten zehn Jahren stark zugenommen. Selbst im wenig besuchten Äthiopien greifen sie schon um sich. Und in Kenya scheinen spezielle Preise für Weiße vollkommen selbstverständlich zu sein. Als ich in Nakuru in einer kleinen Bar meine Rechnung begleichen wollte, schlug das Bier mit 70 Shillingen zu Buche. In dieser Art von Bar, die fast ausschließlich von Einheimischen besucht wird, konnte das nicht sein.
Dummerweise (für den Kellner) hing auch hier eine Preistafel an der Wand. Ich stand auf und studierte demonstrativ die Preise. Da stand es ganz klar: Tusker Export - 55 Sh. Ich gab dem Kellner seine Rechnung zurück. Es bedurfte nicht eines einzigen Wortes. Ich mußte mich nicht lautstark empören, sondern nur einfach die Rechnung zurücklegen. Er nahm sie wortlos auf und brachte - ohne Ausflüchte oder den Versuch einer Erklärung - eine neue, korrekte Rechnung herbei.
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