Moyale, Äthiopien, 12.05.2001 (11169 Kilometer)
Eine großer Pavian-Clan hat einen Sandhügel zwischen den Schirmakazien okkupiert. Einige der Kleinen versuchen gerade, den Gipfel zu erklimmen. Sie rutschen jedoch kurz vor dem Ziel immer wieder ab und kugeln hinunter in den Sand am Fuß des Hügels. Es scheint ihnen Spaß zu machen. Die Alten sitzen oben und schauen wie von einer Theaterloge hinter mir her, wie ich mich den Berg nach Teltele hochkämpfe.

In Teltele ist die Reise auf der vorgesehenen Route zu Ende. Die Straßen nach Süden sind während der Regenzeit nichtexistent. Auch die Hilfsorganisation CARE hat die regelmäßigen Getreidelieferungen in das Dorf Marmaro - 50 Kilometer südlich von Teltele - einstellen müssen. Es gibt in der Regenzeit kein Durchkommen. Die CARE-Mitarbeiter sagen aber, Marmaro sei auf diese zeitweise Isolation vorbereitet.
Nun werde ich also doch auf die Allwetterpiste von Moyale nach Isiolo ausweichen müssen. Das bedeutet Konvoifahrt auf der Ladefläche eines Lastwagens, denn die Polizei läßt hier wegen der regelmäßigen Überfälle niemanden allein fahren.