Moyale, Äthiopien, 12.05.2001 (11169 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7   Heiße Tage in Addis

Was für ein Glück, daß der Regen eine dreitägige Pause eingelegt hat und der Fluß daher kaum Wasser führt. Nach ergiebigen Regenfällen ist dieser Teil der "Piste" unpassierbar. Am Lake Langano hat mich ein Deutsch sprechender Reiseunternehmer gewarnt: "In diesem Flußbett sind schon viele Menschen ums Leben gekommen. Auch wenn es bei dir gar nicht regnet, sondern ganz woanders - der Fluß ist urplötzlich da, das Wasser kommt wie eine Wand!"

So dramatisch kann ich mir das zwar nicht vorstellen, aber trotzdem schaue im mich manchmal spontan um, als ich das Rad über die handballgroßen Steine schiebe.



Brindaye - das einzige Dorf zwischen Konso und Teltele.

Auf dem Abschnitt südlich des Flusses muß ich des öfteren den Kompaß um Rat fragen. Die Erdpiste ist hier so schlammig und zerfahren, daß die Fahrspuren auf verschiedenen Wegen durch die Buschlandschaft führen. Ich fürchte, versehentlich auf eine Nebenstrecke zu geraten. An der Sonne kann man sich in den Mittagsstunden nicht orientieren, da sie zu dieser Jahreszeit nahezu durch den Zenit wandert. (Sie läuft bereits leicht durch den Norden.)

Auf den 75 Kilometern zwischen Konso und Teltele begegnet mir nur ein einziges Fahrzeug. Hier hat die Natur noch viel Raum und Ruhe. Eine zwei Meter lange Schlange, die aussieht wie ein transparenter Gartenschlauch, liegt auf der Piste und entschwindet erst, als ich auf fünf Meter herangefahren bin. In den Pfützen tummeln sich Glanzstare, die in grünen und blauen Farben schimmern. Grillen zirpen mitunter ohrenbetäubend. weiter

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