Al Mukha, Jemen, 06.03.2001 (9204 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7   Kein Kaffee in Al Mukha

Die Wirkung der Blätter ist zunächst belebend, doch dann folgt ein Rebound-Effekt, der schwermütig stimmt. Nachmittags ist es still auf Jemens Straßen. Auch Frauen kauen übrigens Qat, jedoch nicht öffentlich wie die Männer.

Die Menschen im Jemen sind überaus freundlich. Von allen Seiten wird der Fremde auf der Straße fröhlich begrüßt. Selbst die Entführungen, die viele Reisende in den letzten Jahren von einem Besuch dieses Landes abgehalten haben, laufen in der Regel äußerst gastfreundlich ab. Der Unterschied zu einer Einladung liegt im wesentlichen darin, daß man den Zeitpunkt des Abschieds nicht selbst wählen darf.



Kaum ein Jemenit ohne seine Jambiya.

Mit ihren Forderungen richten sich die Entführer an die Regierung; sie bitten um eine Asphaltstraße zu ihrem Dorf, Förderung eines Entwicklungsprojektes oder um die Freilassung eines inhaftierten Anführers. Nach der Erfüllung der Forderung kommen die Geiseln oft noch in den Genuß eines rauschenden Festes, bevor sie wieder auf freien Füßen stehen.

Als im Dezember 1998 allerdings Soldaten versuchten, westliche Geiseln gewaltsam zu befreien, kamen bei einem Schußwechsel vier Touristen ums Leben. Dies blieb bisher der einzige Vorfall, bei dem ausländische Geiseln zu Schaden kamen. Seit diesem Ereignis hat die Häufigkeit von Entführungen auch wieder abgenommen. weiter

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