Manakha, Jemen, 23.02.2001 (8726 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4   800 Kilometer Polizei-Eskorte

Überwachung oder die Sorge, daß mich die wilden saudi-arabischen Autofahrer umbringen? Es ist wohl beides. Wobei die Sorge um mein Leben begründet ist. Es gibt hier einfach keine Radfahrer auf den Überlandstraßen, und selbst in den Städten sieht man nur gelegentlich mal einen der Hilfsarbeiter aus Ostasien auf einem Drahtesel. Was man dagegen häufig sieht, sind zusammengedrückte Autowracks am Straßenrand, die nur wenig Raum für Überleben ließen. Die Zeitungen versuchen mit mehrseitigen Beilagen voll abschreckender Unfallfotos gegen dieses wahnsinnige Rasen vorzugehen.



Gelegentlich hielt ein Saudi am Straßenrand, um mich mit Wasser zu versorgen.

In diesen Tagen erfahren die Zeitungsleser auch mehrmals, daß ein Deutscher mit seinem Fahrrad auf dem Weg durch ihr Land ist. Die Reporter fingen den Radler auf der Straße ab und machten das Interview, während im Hintergrund der Motor eines Polizeiwagens lief.

Der letzte Polizist verabschiedet sich drei Kilometer vor dem Jemen von mir. Einen Kilometer vor der Grenze überholt mich noch einmal ein Auto der Zeitung OKAZ. Ein letztes Interview auf saudischem Boden.

Dann ist die Zeit der Begleitung zu Ende. Dabei würde ich mich gerade jetzt über Aufpasser freuen - wegen der Entführungen im Jemen.

ENDE

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