Cairo, Ägypten, 20.01.2001 (7171 Kilometer)
Von Hurghada fahre ich noch die 60 Kilometer südlich nach Port Safaga, um mich nach einer privaten Yacht nach Jemen oder Sudan umzuschauen. Doch keine einzige Yacht ist zu sehen.
Auf dem Rückweg nach Hurghada stoppen mich die Polizisten an einem Check Point. Im Gebäude höre ich aufgeregte Stimmen über den Äther kommen: "Almani? - Mister Peter?" - Unglaublich. Ich bin hier inzwischen berühmt. Irgend jemand muß in den letzten Stunden geplaudert haben. Morgens ließen sie mich noch passieren.
"Ist das Hurghada?" frage ich. - "Ja, Hurghada." - Die glauben, daß ich mich gegen ihre Weisung auf den Weg in das Militärgebiet gemacht habe. Aber ich weiß selbst, daß ich bei den vielen Check Points keine Chance habe. Spätestens hinter Marsa Alam geht ohne eine Genehmigung nichts mehr. Bleibt ruhig, Jungs - ich fahre doch schon wieder nordwärts! Nach turbulentem Funkgespräch scheinen sie das in der Zentrale auch kapiert zu haben.

Am Abend verläßt eine eMail Hurghada und macht sich auf die Reise nach Deutschland. Zu meinem Bruder nach Frankfurt: "Das Treffen im Jemen können wir wohl vergessen."
Weiter zurück nach Norden. Nach Suez. Gegen einen Wind, der nur zehn Kilometer in der Stunde zuläßt. An endlosen Pipelines entlang und vorbei an Ölfördersiedlungen, die nachts in der kalten Wüste leuchten wie der Christkindlmarkt. Das dürften etwa zwanzig Laternen pro Einwohner sein, die rechts und links der leeren vierspurigen Straßen eingepflanzt wurden.
Gespenstisch vor der schwarzen Dunkelheit der Wüste die Feuersäulen, die das überschüssige Gas abfackeln, warm leuchtend und unentwegt grummelnd. Unglaublich nah und hell in diesen klaren Nächten der fast volle Mond mit seinem kalten Licht. Wenn er hinter den Bergen des Sinai aufgeht, liegt er auf der Seite. Da sieht es aus, als schliefe das gutmütige Mondgesicht noch. Erst während der Nacht richtet es sich auf. weiter