Cairo, Ägypten, 20.01.2001 (7171 Kilometer)
Von Nuweiba radele ich an der Ostküste des Sinai hinunter nach Sharm el Sheikh und setze über nach Hurghada. Die Zeit drängt etwas. Es ist Anfang Januar, und Ende des Monats erwartet mich mein Bruder im Jemen. Er will von Deutschland mit dem Fahrrad im Gepäck nach San´a fliegen, ich werde mit einem Schiff von Port Sudan nach Hudaydah übersetzen.
Das jedenfalls ist mein Plan. Aber bereits in Hurghada wird er von der Polizei zunichte gemacht. Als ich um die Genehmigung für die Küstenroute nach Sudan bitte, werde ich schroff abgewiesen. Die Nachfrage allein reicht schon fast zur Verhaftung. Militärgebiet! Wie seit Jahrzehnten gesperrt. Es war also doch ein Gerücht, daß diese Straße nun offen ist.

Ausdrücklich verbieten sie mir auf der Polizeistation, mit dem Fahrrad weiter nach Süden zu fahren. Ich solle den Bus nach Qena am Nil nehmen und dann nach Assuan radeln. Von dort könne ich auf dem einzigen erlaubten Weg über den Nasser-Stausee nach Süden ausreisen.
Doch das bringt mich nicht nach Port Sudan. Es gibt im Norden des Sudan keine Querverbindungen, die mit dem Fahrrad zu bewältigen sind. Der Sand ist zu tief. Ich würde auf der gleichen Route wie 1992 wieder direkt über Khartoum nach Äthiopien gelangen. Ich will aber nach Jemen!
Anruf in Suez: Wann gehen Fähren nach Jemen? Antwort: Es gibt keine Fähren nach Jemen. Auch die Fährverbindung nach Port Sudan ist inzwischen eingestellt. Man fliegt eben heutzutage. Fähren über das Rote Meer gehen von Ägypten nur noch nach ... Saudi-Arabien. In das Land, das Pilgern und Gastarbeitern Visa erteilt, nicht aber Touristen. weiter