Sharm el Sheikh, Ägypten, 06.01.2001 (6666 Kilometer)
Rechtzeitig zum Heiligen Abend komme ich in Petra an. Die Backpacker-Herberge ist ganz auf den christlichen Festtag eingestellt: Im Gemeinschaftsraum blinken an einem Tannenbaum aus Plastik bunte Lichterketten. Stanniolgirlanden in allen Farben ziehen sich durch das ganze Haus. Mag ja alles ein bißchen kitschig sein. Aber selbst wenn jetzt noch ein batteriebetriebener Blechweihnachtsmann vorbeirollen würde - besser als so einen Tag allein im Zelt in der kalten Hochlandwüste zu verbringen.
Petra, die über 2000 Jahre alte Nabatäerstadt, ist im Mittelalter in der westlichen Welt in Vergessenheit geraten. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts erfuhr der Schweizer Abenteurer Johann Burckhardt von seinem Beduinenführer wieder von der verlorenen Stätte.

"Rosa Stadt" wird Petra oft genannt. Man versteht sofort, wenn man nach dem Marsch durch den Siq - eine enge Felsklamm zwischen 100 Meter hoch aufragenden Wänden, sich windend, mitunter nur zwei Meter breit und über einen Kilometer lang - unvermittelt das Schatzhaus erblickt. Im reflektierenden Licht der umgebenden Felsen leuchtet das Schatzhaus in zarten Tönen von gelb-beige bis violett. weiter