Wadi Musa, Jordanien, 26.12.2000 (6219 Kilometer)
Ich skizziere ihm unterdessen auf einem Blatt Papier, wie das mit dem Fotografieren war. Hier die Kaserne, da die Berge. Ganz andere Richtung! Die Kaserne interessiert mich nicht. Aber er hat inzwischen wohl sowieso längst verstanden, daß ich ein harmloser Radler bin. Als wir den Tee ausgetrunken haben, verabschiedet er mich mit kräftigem Händedruck und einem "Sorry!"
Auch den Soldaten, die den Stein ins Rollen gebracht haben, kann ich nicht so recht böse sein. Wieder zurück am Fahrrad, verabschieden auch wir uns mit Handschlag. Sie sind mit Mißtrauen groß geworden. Und der Erzfeind Israel ist ja nur ein paar Kilometer von hier entfernt.

Am Abend fahre ich - aus reiner Neugierde - noch so nah wie möglich an die Golanhöhen heran. Die Fahrt endet an einer Straßensperre, die man nur mit einer Sondererlaubnis passieren kann. Und ein paar Kilometer dahinter ist auch mit dieser Genehmigung kein Weiterkommen mehr - Grenzübergänge zwischen Syrien und Israel gibt es nicht.
Einer der freundlichen Soldaten bietet mir an, er könne seinen Chef anrufen und um einen Passierschein für mich bitten. Ich lehne höflich ab. Es ist und bleibt ja eine Sackgasse. Es war wirklich nur die Neugierde, die mich bis hierher trieb. Ein Erinnerungsfoto mit Soldaten und Fahrrad hätte ich allerdings gern noch gemacht. Doch nach der Erfahrung des Vormittags wage ich nicht einmal zu fragen. EINE Einladung zu Kaffee und Tee genügt.