Wadi Musa, Jordanien, 26.12.2000 (6219 Kilometer)
Nach einer halben Stunde fährt ein Auto vor. Mit Paß und Kamera in der Hand nehme ich auf der Rückbank Platz, während das von zehn Soldaten bewachte Fahrrad hier zurückbleibt. Dann dringen wir tief in das Innere der Kaserne vor. Vor einer Baracke stoppt der Wagen.
Der Mann, der mich in einem ofenwarmen Zimmer begrüßt, hat drei Sterne auf der Schulter. Er lächelt und ist sehr freundlich. Ein lustiger Kerl, vielleicht 45 Jahre, dunkelblond, französischer Typ mit Lachfalten um die Augen. Leider spricht auch er kein Englisch.

Als wäre mein Besuch schon lange erwartet worden, steht eine dampfende Tasse Kaffee vor mir auf dem Tisch. Der "Franzose" deutet, sie sei für mich. "Ramadan..." werfe ich zögernd ein. Er lächelt und macht eine ausschlagende Handbewegung. Als ich dennoch nicht sofort davon trinke, baut er sich stramm neben dem Tisch auf, nimmt ostentativ einen kleinen Schluck aus meiner Tasse und stellt sie wieder vor mir ab. "Nicht vergiftet", sollte das wohl heißen. Er ist wirklich ein Clown.
Aber das ist gut so. Auch ohne eine englische Sprachbrücke verstehen wir uns bestens. Als ich den Kaffee ausgetrunken habe, ordert er bei einem Untergebenen zwei Tassen Tee. Immer wieder macht er für die Umstehenden Späße, die ich leider nicht verstehe. weiter