Wadi Musa, Jordanien, 26.12.2000 (6219 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5   Die letzte syrische Einladung

Eine Einladung gibt es an diesem letzten Tag in Syrien allerdings doch noch. Und ich bin gezwungen, sie anzunehmen.

Kurz vor dem Ort Assanamein halte ich am Straßenrand, um die schneebedeckten Berge nördlich der Golanhöhen zu fotografieren. Als ich fünfhundert Meter weiter im Ort links abbiegen will, stoppt mich ein Soldat. Erst jetzt erkenne ich, daß dies ein Garnisons-Städtchen ist. Du meine Güte!



Berge von Süßigkeiten in Damaskus´ Patisserien.

Nur zwei Minuten später sehe ich die Kasernenmauern von innen. Um mich herum stehen zehn Soldaten, von denen der dickste der Vorgesetzte zu sein scheint. Gestikulierend fragt er, was ich fotografiert habe. Ich deute auf die Berge, aber er glaubt mir nicht. Immer wieder greift er in den folgenden Minuten zu einem Telefon, das im Freien herumsteht, und spricht laut und wichtig.

Eine lange Viertelstunde vergeht ereignislos. Inzwischen hat mir einer der Soldaten einen Stuhl in die wärmende Sonne gestellt. Was haben sie wohl vor? Wenn sie den Film entwickeln lassen, dann wird er bestimmt als Negativfilm behandelt. Dias sind hier praktisch unbekannt. Die werden mir meine Bilder kaputtmachen! Außerdem wird das eine Weile dauern, weil sie den Film nach Damaskus tragen müssen. Die werden mich doch nicht tagelang hier festsetzen!? weiter

Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5