Damaskus, Syrien, 06.12.2000 (5701 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4   Die Botschafts-Rallye (Teil I)

Am Sonntag führt mein erster Weg also wieder zur Deutschen Botschaft. Das Empfehlungschreiben ist nach einer halben Stunde fertig und hier in Damaskus sogar kostenlos (in anderen Hauptstädten bezahlt man oft um die 20 Mark). Zurück mit diesem Papier zu den Saudis, die mir jetzt erst erklären, daß ihre Botschaft nur Visa für Pilgerreisen bearbeite. Ich müsse mich an das Saudische Konsulat im Stadtteil Mezzeh wenden. Bis ich das Konsulat gefunden habe, ist natürlich die kurze Zeitspanne für Visaanträge von 9.00 - 11.00 Uhr schon wieder verstrichen.



Nach zwei Jahren Dürre hängen die riesigen Holzwasserräder von Hama in der Luft.

Ein Schalter an der Außenmauer des Gebäudes ist jedoch noch offen. "Wann kann ich wiederkommen? An wen muß ich mich wenden?" - Die Männer dahinter können oder wollen kein Englisch sprechen. Ziemlich hilflos hänge ich an dem Gitter des kleinen Fensterchens. Sehr geschickt konstruiert, die ganze Anlage. Du stehst draußen einen halben Meter tiefer als die da drinnen, blinzelst von der sonnenhellen Straße in den dunklen Raum hinein, wo du mühsam einen arroganten Herrn mit den Händen in den Hosentaschen erkennen kannst. Der plaudert mit seinen Kollegen, schaut in alle möglichen Richtungen, bleibt aber nie an deinen Augen hängen. Du stehst da wie ein Bettler. - An einem zweiten Fensterchen bekomme ich dann aber doch noch heraus, daß ich mich am nächsten Tag zwischen 8.00 und 10.00 Uhr an Schalter 3 begeben soll.

Dies ist der Tag, an dem Ramadan beginnt. Damit haben sich auch die Öffnungszeiten geändert - was ja bestimmt auch schon tags zuvor schon bekannt war... Offiziell Öffnung für den Publikumsverkehr nun ab 9.30 Uhr. Tatsächlich aber erst um kurz vor elf. weiter

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