Anamur, Türkei, 08.11.2000 (5495 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5   Operation Bosporus

In den folgenden Tagen kommt mir die Gänsehaut dann aber nicht mehr aus Sentimentalität. Hinter Izmit - noch auf Meereshöhe - ist es am frühen Morgen so kalt, daß ich mir Handschuhe herbeisehne. Wie soll das nur im Anatolischen Hochland werden?

Abends finde ich im 500 Meter hoch gelegenen Bilecik für 3 Mark Strickhandschuhe. Die sind dann in den Morgenstunden der nächsten Tage auch bitter nötig. Zwischen Kütahya und Burdur bewegt man sich auf einem Niveau von 1000 Metern, die Berge im Westen haben bereits Schneekappen. Die Temperaturen liegen kurz nach Sonnenaufgang um den Gefrierpunkt. Autofahrer kratzen ihre Scheiben frei. Bei mir setzt sich der morgendliche Nebel als feiner weißer Überzug auf Hose, Jacke und Handschuhen ab. Der Rauhreif in den Haaren läßt mich 15 Jahre älter aussehen.



Im Westanatolischen Hochland.

Hat dann im Laufe des Vormittags die Sonne aber den Nebel aufgelöst, wird es wieder warm. Morgens friere ich in Winterkleidung, nachmittags schwitze ich im T-Shirt.

Das Anatolische Hochland ist weites Land. Mal Steppe ohne Besiedlung, dann wieder Felder und Weiden mit Ortschaften dazwischen. Zu dieser Jahreszeit dominieren beige und braune Farbtöne. Nur Zuckerrüben werden noch geerntet, alles andere ist bereits eingeholt. Hier und dort fahren Traktoren mit dem Pflug über das Feld, aber die meiste Arbeit vor dem Winter ist getan. weiter

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