Alexandroupolis, Griechenland, 15.10.2000 (3341 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3   Holländisches Weißbier bei Meteora

Spätestens in zehn Jahren, mein lieber Herr Zöllner, ist das hier keine EU-Außengrenze mehr.

Hinter Ioannina wird mir an einem 1700-Meter-Paß im Pindos-Gebirge vor Augen gehalten, daß es wirklich Zeit wird, in wärmere Regionen zu entfliehen. Als auf der Paßhöhe Regen einsetzt, vermisse ich Handschuhe.

Auf dem Campingplatz bei den Meteora-Klöstern steht wieder der holländische Geländewagen, der mir am Vorabend schon in Ioannina aufgefallen ist. Die vielen Kanister auf dem Dachgepäckträger lassen mehr als eine bloße Griechenlandrundreise vermuten. "Afrika?" frage ich das Pärchen. "Oder seid ihr mit eigenen Vorräten den Weg durch Serbien gekommen?"



Kloster Roussanou.

Tatsächlich ist ihr Ziel Afrika. Zunächst nach Kenia, wenn dann die Zeit noch reicht, weiter nach Südafrika. Sechs Monate sind allerdings auch mit dem Auto reichlich knapp bemessen. Die beiden haben einen tagesgenauen Zeitplan aufgestellt.

Die Benzin- und Wasserkanister sind hier in Griechenland natürlich noch leer. Um so voller dafür ihr Kühlschrank. Aus dem zaubern sie am Abend eine ganz ausgefallene Überraschung hervor: Weißbier aus Holland. Wußte gar nicht, daß es so etwas gibt. Es ist gut! Nach sechs weißbierfreien Wochen hätten sie mir das glatt als Original aus Bayern verkaufen können.

ENDE

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