Alexandroupolis, Griechenland, 15.10.2000 (3341 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3   Holländisches Weißbier bei Meteora

Die 300 Kilometer von Tirana nach Saranda bin ich zusammen mit Jan und Frank geradelt. Die beiden Hamburger haben ihre Fahrräder im Kofferraum des Passats mitgebracht, den sie auf dem Land- und dem Seeweg nach Tirana überführt haben.

Eine angenehme Abwechslung, solch eine Fahrt in der Gruppe. Man läßt es gemütlicher angehen, steht morgens später auf, frühstückt länger, macht mehr Pausen und längere Pausen. Urlaub sozusagen.

Am Hafen von Saranda ist nun wieder Abschied. Die beiden nehmen eine Fähre zur nahen Insel Korfu, von wo sie zurück nach Hamburg fliegen werden.

Bei mir steht noch Kultur auf dem Programm, ein Ausflug nach Butrint, zu einer Ausgrabungsstätte 20 Kilometer südlich von Saranda und kurz vor der griechischen Grenze. Das antike Buthrotum war bereits im 1. Jahrtausend v.Chr. besiedelt. Gut erhalten sind das vorchristliche Theater sowie eine Basilika und das Baptisterium.



Bergdorf in Südalbanien.

Der angestiegene Grundwasserpegel hat Teile der Ruinen allerdings unter Wasser gesetzt. Wo vor über zweitausend Jahren im Halbrund des Theaters die Künstler standen, hüpfen heute Frösche in trübes grünes Wasser. Auch Schildkröten haben in der undurchsichtigen Brühe zwischen den antiken Steinen ein Zuhause gefunden. Das macht Butrint ein gutes Stück verschlafener; ohnehin hat man diesen stillen Ort wegen des nichtexistenten Tourismus für sich allein.

Der Gedanke an den Abschied von Albanien ist ein wenig betrüblich. Es geht mir wie Frank und Jan, die auch gern noch länger in diesem Land geblieben wären. Mitunter spiele ich mit dem Gedanken, wieder nordwärts zu fahren, um am Ohridsee nach Mazedonien auszureisen. Aber der Umweg würde doch zuviel Zeit kosten. Ich muß zusehen, daß ich Kilometer mache und nach Asien komme, denn der Winter rückt langsam näher. weiter

Seite 1 | Seite 2 | Seite 3