Saranda, Albanien, 04.10.2000 (2533 Kilometer)
Bis Ende der 80er Jahre war das Land vom Rest der Welt isoliert. Enver Hodscha, der seit der Jahrhundertmitte diktatorisch regierte, brach nacheinander mit Jugoslawien, der Sowjetunion und schließlich - nach Maos Tod - auch mit China. Er versuchte, einen Kommunismus in Reinkultur zu verwirklichen.
1976 verbot Hodscha gar per Verfassung die Religionsausübung und war damit restriktiver als sein Vorbild Lenin, dessen Standpunkt war: Wenn man den Glauben verbietet, wird er nur gestärkt; man muß die Religion dulden, bis sie von selbst ausstirbt.
Hodscha erklärte Albanien zum ersten atheistischen Staat. Kirchen und Moscheen wurden geschlossen und für kulturelle Zwecke umgestaltet - zu Jugendzentren, Museen und sogar zu Sporthallen.

Nach dem Tode Hodschas 1985 öffnete sich Albanien allmählich. Seit 1992 regiert die Demokratische Partei. Inzwischen träumen die Albaner von der Aufnahme in die EU. Immer wieder sieht man neben der roten albanische Flagge die blaue Europäische mit den gelben Sternchen.
"Woher kommt eigentlich das viele Geld?"
"Waffen, Drogen, Menschenhandel", erklärt Beni, ohne auch nur eine Sekunde nach einer Antwort zu suchen. "Geht alles über den Hafen von Vlora nach Italien."
Beni - 42jähriger Albaner und lange in Hamburg ansässig - hat nicht die beste Meinung von seinen Landsleuten. Andererseits freut er sich aber über jedes gute Wort, das ein Gast für dieses Land übrig hat.
Zu Besuch bei Beni sind gerade Frank und Jan, zwei Freunde aus Hamburg, die einen nicht mehr ganz neuen Passat Kombi nach Albanien überführt haben. Bis Triest haben sie es mit dem Kübel tatsächlich auf der Straße geschafft, dort sind sie auf die Fähre nach Dürres/Albanien gegangen. Beni wird in Tirana versuchen, das Auto an den Mann zu bringen. weiter