Tirana, Albanien, 27.09.2000 (2251 Kilometer)
Die weitere Entwicklung nahm ich nur am Rande wahr: die vorsichtige Öffnung Albaniens Ende der 80er Jahre - Wahlen 1991, die die KP gewann - albanische Massenflucht auf Schiffen nach Italien - Wahlsieg der Demokratischen Partei 1992 - bürgerkriegsähnliche Zustände und Anarchie 1997, nachdem ein betrügerisches Pyramidenzinssystem zusammengebrochen war.
Mit diesen wagen Informationen fahre ich am 22. September 2000 auf die albanische Grenze zu. Die Phase der Anarchie hat sich nach Auskunft des Auswärtigen Amtes inzwischen wieder gelegt. Und für die Einreise genüge der Reisepaß, ein Visum brauche man nicht.

Im Grenzgebiet werden auf montenegrinischer Seite die Straßen immer schmaler, zwei Autos würden hier nicht aneinander vorbeikommen. Der Asphalt wird immer schlechter. Seit zig Kilometern kein einziger Wegweiser mehr. Man muß sich nach Albanien durchfragen.
Das einsame Sträßlein führt schließlich um einen Zipfel des Shkodra-Sees herum, durch den die Grenze verläuft. Hinter einer Kurve endlich ein Schlagbaum. Der Ausweis wird kurz kontrolliert, die Schranke hebt sich. Und wo bin ich jetzt? Noch in Montenegro? Schon in Albanien?
Eine weitere Schranke folgt einen Kilometer weiter. Ein Soldat öffnet sie ohne Paßkontrolle. Bin ich jetzt drin? weiter