Kupari (bei Dubrovnik), Kroatien, 19.09.2000 (1906 Kilometer)
Die Küstenstraße von Rijeka über Split nach Dubrovnik ist über weite Abschnitte eine tolle Panorama-Straße. Eigentlich könnte Kroatien hier Maut verlangen. Mitunter steigt die Straße an auf 200 bis 400 Meter und bietet einen grandiosen Ausblick über die Buchten, das türkisblaue Wasser und die vorgelagerten Inseln, die sich parallel zum Festland hinziehen: Krk, Cres, Rab, Pag und wie sie alle heißen.
Die Straße ist wesentlich besser ausgebaut, als ich es erwartet hatte. Der Asphalt ist glatt, die Fahrbahn so breit, daß die Autofahrer mich beim Überholen nicht streifen müssen. Wo der Abgrund rechts besonders steil ist, sind meistens Leitplanken aufgestellt. Streckenweise haben die Straßenbaumeister allerdings nur alle 15 Meter einen Steinsockel spendiert. Hier würde der kleine Stupser eines überholenden LKWs reichen, daß ich die Fahrbahn und einige Sekunden später auch das Diesseits verlasse.

Das Verkehrsaufkommen hält sich in Grenzen. Insbesondere in der Mittagszeit begegnet mir manchmal minutenlang kein Fahrzeug. Wahrscheinlich kommt mir die späte Jahreszeit zugute. Viele Touristen sind nicht mehr unterwegs.
Je weiter man nach Süden kommt, desto geringer wird der Anteil deutscher Urlauber. Die meisten Besucher kommen aus Tschechien, Ungarn und Polen. "Vor dem Krieg waren so viele Deutsche hier, seit Kriegsende kommt fast niemand mehr", beklagen sich Campingplatz-Betreiber, Hoteliers und die Vermieter privater Zimmer. "Der Krieg hat auch die deutschen Urlauber vertrieben. Dabei ist er doch schon lange vorbei!" weiter