Rijeka, Kroatien, 05.09.2000 (1287 Kilometer) Seite 1 | Seite 2   Die Schläuche lösen sich auf!

Aber mit solchen Klischees will der patriotische Liechtensteiner nicht ständig konfrontiert werden. Er verweist gern darauf, daß beispielsweise Hilti hier ein Hauptwerk unterhält (nicht etwa nur einen besonders großen Briefkasten), daß die Balzers AG ganz stark in Dünnschichttechnik ist und daß Liechtenstein in der Zahntechnik an der europäischen Spitze steht.

Weiter geht´s bei klarem Spätsommerwetter aus dem grünen Rheintal über Seitentäler hinauf zum Flüelapaß. Mit zunehmender Höhe wird die Landschaft herber, der Baumbestand dünner. Das Grün tritt zurück. Rauher Fels dominiert. Ein angenehm urtümlicher Paß. Oben, auf knapp 2400 Metern, ist Herbst. Wolken haben sich dicht über dem Durchstieg verfangen und halten die Wärme der Sonne zurück. Fröstelnd hinunter nach Zernez und am nächsten Tag wieder hoch - auf den Ofenpaß. Dahinter wartet Italien auf mich.



Das Mittelmeer

Seit der Einreise nach Italien häufen sich die Plattfüße. In Trient ist am Morgen der Reifen weich, mit einmal Aufpumpen komme ich bis Vicenca. Dort flicke ich den Schlauch. Es ist ein winziges Loch drin. Am folgenden Nachmittag wieder Druckverlust. Kein schlecht geklebter Flicken, wie ich zunächst vermute, sondern ein neues kleines Loch.

Ich wechsle den Schlauch und habe einen Tag Ruhe. Ein paar Kilometer vor Rijeka verliert auch der neue Schlauch Luft. Mit dreimal Nachpumpen rette ich mich auf den Campingplatz von Icici. Hier stelle ich fest, daß die Schläuche nicht von außen, sondern von innen gelöchert wurden. Sie haben sich an dem Textilfelgenband aufgerieben. Sie sind regelrecht vorperforiert. Man ahnt schon, wo die nächsten Löcher sich öffnen werden.

Die Schläuche kann ich wegschmeißen! Und das Killer-Felgenband natürlich auch. Hätte ich doch nur in Italien schon die Ursache für die Löcher erkannt. Hoffentlich kriege ich hier in Kroatien passenden Ersatz. Sonst muß ich zusehen, wie ich nach Italien zurückkomme. Oder muß auf ein Nachschubpaket aus Deutschland warten.

Tolle Weltreise. Schon nach gerade tausend Kilometern hänge ich fest!

ENDE

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