Rijeka, Kroatien, 05.09.2000 (1287 Kilometer) Seite 1 | Seite 2   Die Schläuche lösen sich auf!

Am 27. August verlasse ich Deutschland über eine Nebenstraße bei Sigmarszell und rolle auf österreichischen Asphalt. Der Grenzposten sieht aus, als sei er auch vor der europäischen Umarmung schon verschlafen gewesen. Inzwischen ist er natürlich verwaist.

Um den Ostzipfel des Bodensees fahre ich zum Rhein und folge dem Fluß auf Radwegen. Nach ein paar Kilometern markiert ein kleines Schild am Rheindamm die Grenze zur Schweiz. Passieren darf - so steht es dort - wer weder für die Schweiz noch für Österreich ein Visum braucht. Und zollpflichtige Ware darf man auch nicht dabei haben. Aber weit und breit kein Mensch, der das kontrollieren wollte.

Nach gut zwei Stunden schon wieder eine Grenze. Die nach Liechtenstein. Das waren jetzt vier Länder in vier Stunden!



Über die Alpen

Wieder keine Kontrolle. Zwischen dem kleinen Fürstentum und der Schweiz gibt es keine Grenzposten, denn die beiden Länder sind durch eine Wirtschaftsunion verbunden. Währung ist hier wie dort der Schweizer Franken.

Wirklich ein lustiges, kleines Fürstentum. 27 Kilometer lang, durchschnittlich 10 Kilometer breit. Kein Militär, keine Autobahn. Nur einige Kilometer Eisenbahn, die von den Österreichern gepflegt werden.

Daß die Liechtensteiner ein paar Briefmarken mehr drucken, als sie für den eigenen Bedarf brauchen, weiß man. Auch, daß der Staat sich über die Steuern freut, die manche Firma hier allein für einen aufgehängten Briefkasten zahlt (und die Firma freut sich ebenfalls, denn die Steuern sind verschwindend). weiter

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